Bruce Nauman - Make Me Think

Ein Film von Heinz Peter Schwerfel

Der Filmemacher übernimmt die Rolle desjenigen, der sich der Kunst annähert, aber auch die eines Mittlers, bedacht darauf, sich nicht zwischen Kunst und Betrachter zu stellen... Der Film ist nicht darauf aus, die authentische Erfahrung zu ersetzen oder vorzutäuschen. Die Intensität der Eindrücke ist da, und es gelingt Schwerfel (auch ganz ohne reiberische Effekte) jemanden, der bequem im Kinostuhl sitzt, in das physische Erlebnis beim Betreten eines leeren oder eines von hellgelbem Neonlicht erfüllten Raumes hineinzuziehen. Der Betrachter hat Zeit, hat Ruhe (auch wenn sie verordnet wird), so wie er es im Museum selten erlebt. Der Hauptvorteil des Films dem üblichen Museumsbesuch gegenüber ist gut genutzt.
Kölner Stadtanzeiger 28/6/97, Beate Eickhoffl

Der Film... hat das Werk des Künstlers nicht nur zum Thema, sondern auch zum Material und selbst zum Kompositionsprinzip. ... Der Film hat seine groben Qualitäten in der Konzeption, der Stringenz der Bildmontage, der abstrakt komponierten Gegenüberstellung. Schwerfel meidet alle weichen Übergänge, alles, was als Verbindlichkeit gelten könnte. Er beendet das enervierende, sich wiederholende Geräusch, ohne dieses auszublenden. Er beendet es mit einem Schnitt und setzt dagegen die totale Stille. ... In solchen Bildfolgen thematisiert Schwerfel das sich in Gegensätzen artikulierende Werk von Nauman... So ist "Make me think" zu einem Metawerk Naumanscher Ästhetik geworden.
Frankfurter Allgemeine Zeitung 16/7/97, Barbara Catoir

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